Bischof Schraml ruft zum Dienst an Armen und Kranken auf - Generalversammlung der Malteserritter in Passau – Aufnahme 29 neuer Mitglieder - Darunter Gloria von Thurn und Taxis und ihre beiden Töchter


Datum: 
20.06.2009

Passau (iop). „Die beste Medizin für den Menschen ist der Mensch.“ Das hat der Passauer Diözesanbischof den Maltesern beim Festgottesdienst am Samstag, 20. Juni, zur Generalversammlung der „Ritter des Souveränen Malteser - Ritterordens, Deutsche Assoziation“ mit auf den Weg gegeben.

Wilhelm Schraml betonte: Nach dem Evangelium sei ein Mensch für den Nächsten dann Medizin, wenn durch ihn „der Strahl der Liebe und Güte Gottes hereinfällt in die Welt und in die Herzen“. Das sei die „vornehmste und erfüllenste Aufgabe“ für die Malteser und gleichzeitig der 900 Jahre alten Tradition des Ordens würdig: „den Armen und Kranken zu dienen und in ihnen Jesus Christus, den Herrn, zu erkennen“. Die Frauen und Männer des Malteser Ritterordens dürfe man „zu Boten selbstlosen Dienens an Menschen in Not zählen“.

Zu allen Zeiten, so Bischof Schraml, sei im Lebenszeugnis von Menschen die Grundhaltung christlichen Dienens aufgeleuchtet. Das habe Hoffnung und Zuversicht in die Welt gebracht. Die Malteser würden durch ihren Einsatz deutlich machen „was dem Menschen seine einzigartige Würde verleiht, auch wenn sein Gesicht nach menschlichem Urteil entstellt ist, wenn seine Sinne entschwinden und seine körperlichen Kräfte durch Krankheit oder Alter zu erlahmen beginnen“. Das Maß für das christliche Handeln habe Jesu selbst vorgegeben: Nämlich „den Menschen dienen, wie der Herr uns gedient hat; füreinander da sein bis zum Äußersten“, so der Oberhirte.

Von Freitag, 19. bis Sonntag, 21. Juni, waren Frauen und Männer des Ritterordens zur Generalversammlung in Passau. Ein wichtiges Thema war der Einstieg der Malteser in den Schulbereich. Über ordenseigene Schulen will man, so der Präsident der deutschen Assoziation, Dr. Erich Prinz von Lobkowicz, die katholische Prägung junger Leute positiv fördern. Beim Gottesdienst wurden 29 neue Mitglieder, 10 Frauen und 19 Männer, in den Orden aufgenommen. Mit dabei Mariae Gloria Fürstin von Thurn und Taxis und ihre beiden Töchter, die Prinzessinnen Elisabeth und Maria-Theresia von Thurn und Taxis. Darunter ist auch der Passauer Stadtpfarrer und Diözesanseelsorger für den MHD, Hans Trum (Im Bild links mit dem Diözesanleiter des Malteserhilfsdienstes im Bistum Passau, Georg Adam Freiherr von Aretin). Die Generalversammlung endet am Sonntag mit einem Gottesdienst in Niedernburg, der um 9.00 beginnt.

Der Malteserorden, heute in 47 Assoziationen in 110 Ländern, organisiert, entstand aus dem Krankenpflegedienst für Heilig-Land-Pilger. Mitte des 12. Jahrhunderts wandelte sich dieser Hospitalorden in einen geistlichen Ritterorden. Der Name Malteser geht auf die Insel Malta zurück, die Kaiser Karl V. ihnen übergab. Nach der Eroberung Maltas durch die Briten wurde erst 1859 eine Genossenschaft von Malteser-Rittern wieder begründet. Bis in die Gegenwart arbeiten sie in der Kranken- und Unfallhilfe, in Krankenhäusern und Heimen. Nach eigenen Angaben hat der Orden weltweit 13 000 Ritter und Damen. 650 sind in Deutschland aktiv; ein Drittel davon sind Frauen. Bei den Maltesern in Deutschland sind weiter 36 000 Frauen und Männer ehrenamtlich aktiv; hauptamtlich sind es 20000. Knapp 1 Million helfen als Fördermitglieder.